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Dec 16, 2017

Lafarge-Holcim, ein großer Zementhersteller aus der Schweiz, soll in Syrien Gelder an den IS bezahlt haben. Das hat jetzt ein juristisches Nachspiel. Unter anderem wird dem Konzern zur Last gelegt, er habe der Islamistenmiliz Rohstofflieferungen abgekauft.

Ein weitreichender Skandal

Mitten in den im syrischen Bürgerkrieg umkämpften Gebieten hatte der Konzern eine Zementfabrik betrieben. Um dies auch im Kampfgeschehen 2013 und 2014 weiter reibungslos tun zu können, sollen Schutzgelder an den Islamischen Staat geflossen sein. Die Vorkommnisse rund um das 50 Kilometer nordöstlich von Aleppo gelegene Werk in Jalabyia steht dabei im Mittelpunkt der Ermittlungen: Für freie Zu- und Abfahrt von Lasttransporten über Frontlinien hinweg soll der IS Wegmaut gefordert – und der Zementriese prompt bezahlt haben.

Unter Beschuss

Auf den viel in der Medienöffentlichkeit rezipierten Skandal (alle europäischen Leitmedien berichteten) folgten innerbetriebliche Konsequenzen: Der Leiter des Werks in Jalabyia musste ebenso seinen Hut nehmen wie der damalige Konzernchef Eric Olsen. Intern hat man den groben Fehler eingesehen: Lafarge-Holcim habe sich "zu spät aus Syrien zurückgezogen", sagte Verwaltungsratspräsident Beat Hess der französischen Zeitung "Le Figaro".

Späte Gerechtigkeit

Da Rohstoffe wie Erdöl direkt vom IS gekauft worden sein sollen – ein Verstoß gegen internationale Sanktionen – wird nun aber auch strafrechtlich gegen die Führungsriege von Lafarge-Holcim ermittelt. Einige Menschenrechtsorganisationen reichten gemeinsam mit früheren Mitarbeitern der Firma eine Strafanzeige ein. Im November 2017 hatte die Staatsanwaltschaft Pariser Büroräumlichkeiten durchsucht und drei Ex-Manager dem Haftrichter vorgeführt. Die Beschuldigten kamen im Anschluss unter Auflagen wieder frei. Zusätzlich zum ruinierten Ruf kostete die Affäre dem Konzern auch bares Geld: 150 Millionen Euro an Einbußen musste Lafarge hinnehmen, als das syrische Werk 2014 schließlich aufgegeben wurde – das war rund ein Drittel des Jahresgewinns. Experten und Beobachter des Verfahrens rechnen bei einer Verurteilung mit einer großen Bandbreite an möglichen Strafen. Wenn Mitarbeitern die Mittäterschaft bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit nachgewiesen werden kann, drohen ihnen Gefängnisstrafen von 6 Jahren bis lebenslänglich.

Bild: byrev/Pixabay

Quellen: http://www.lefigaro.fr/societes/2017/12/03/20005-20171203ARTFIG00175-beat-hess-il-y-a-eu-des-erreurs-inacceptables-que-lafargeholcim-regrette-et-condamne.php

https://derstandard.at/2000068981439/LafargeHolcim-raeumt-schwere-Fehler-in-Syrien-ein

https://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/welche-folgen-haben-lafarges-handel-mit-der-terrororganisation-isis-131278172