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Nov 19, 2017 5:24 AM

Exakt 500 Jahre nachdem Martin Luther seine Thesen an die Kirchentür genagelt hatte und damit die lange schwelende Identitätskrise eines ganzen Kontinents befeuerte, blicken Beobachter mit sorgenvollem Blick auf die von religiöser Gewalt gebeutelte islamische Welt: Braucht der Islam eine Figur wie Luther oder kann der ideologische Kampf zwischen Reformern und Gegenreformern in dieser Weltreligion ohne eine Leitfigur auskommen?

Ein Schisma, die Glaubensspaltung innerhalb einer Religionsgemeinschaft, wurde im Islam dem Grundsatz nach bereits vor langer Zeit vollzogen und hatte weitreichende, die innerislamische Realität prägende Konsequenzen – Sunniten und Schiiten gelten auch heute noch als einander nur bedingt freundlich gesinnt, zu viel Blut ist im Kampf um Einflusssphären geflossen. 

 

Extremisten im unerbittlichen Kampf gegen die Extremisten der anderen Seite:
Die Parallelen zu den Jahrzehnte dauernden Glaubenskriegen der beginnenden europäischen Neuzeit drängen sich förmlich auf.

Und gerade deshalb ist der heutige, analoge Vergleich mit einer Person wie Luther unangebracht.
Der reformatorische Emanzipationskampf im Islam wird heute zwar ohne Bandagen geführt, doch der vielfach beobachtbare Extremismus beschränkt sich nur mehr auf eine der zwei Seiten:

 

Die, die das Gebot Gottes über die unbeschränkbare Geltung der Menschenrechte gestellt wissen will.

 

Reformatorische Bestrebungen innerhalb des Islam bekommen, wenn sie in westlichen Medien in ihre Bestandteile aufgedröselt werden, allzuoft keinen Vertrauensvorschuss entgegengebracht. Im Gegenteil: Es scheint, als müssten ihre Vordenker erst einen Wall liberaler und weltbürgerlicher Skepsis überwinden, bevor ihre Anliegen gehört werden. Zu tief sitzt die kulturrelativistische Denke, jede Ausprägung einer von Menschen gemachten Religion verdiene zu allererst einmal Respekt und Anerkennung.

 

Besonders sich als aufgeschlossen verstehende “Influencer” sorgen dieser Tage mit ihren ständigen Relativierungen gewaltbehafteter islamischer Glaubensdogmen für ein Klima, das Islamisten den unerwarteten Beistand “nützlicher Idioten” zuteil werden lässt – und Anti-Islamisten den ebenso unerwarteten Widerstand des liberalen Bildungsbürgertums. Eine Ironie der Geschichte.

 

Hamed Abdel-Samad, Seyran Ates, Ayaan Hirsi Ali. Maajid Nawaz, Imam Tawhidi, Tarek Fatah.

Die Liste der Willigen und Fähigen ist lang. Nur: Wird sie länger oder kürzer?
Der Joker in diesem Spiel liegt bei den westlichen Medien.

(Name des Autors der Redaktion bekannt)