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Nov 28, 2017 3:12 AM

Ein großer Teil der IS-Terroristen stammt ursprünglich aus Usbekistan. Was sind die Gründe?

Einzelfall nach Einzelfall

Der Pickup-Attentäter von New York. Die Attentäter in St.Petersburg, Stockholm und Istanbul. Sie alle hatten etwas gemeinsam: Ursprünglich kamen sie aus dem zentralasiatischen Usbekistan. Zum vierten Mal binnen eines Jahres führen die Spuren eines Terroranschlags dorthin.

Ein laizistischer Ex-Sowjetstaat 

Usbekistan ist ein Land, das vormals Mitglied der Sowjetunion war und als solches eine grundsätzlich stark laizistisch ausgeprägte Kultur hat, denn die Kommunisten misstrauten der Macht der Religion. Die Mehrheit der Usbeken lebt heute muslimischKorruption und bittere Armut prägen das Land und deshalb gibt es auch eine große Menge von desillusionierten jungen Männern, denen jegliches Vorankommen in der Gesellschaft verwehrt ist: Ein gefundenes Fressen also für islamistische Rekrutierer.

Die Rattenfänger des IS

Von den zentralatischen Ländern weist Usbekistan die höchste Rate an IS-Mitgliedern auf. Die internationale NGO “International Crisis Group” schätzt, dass bis zu 4000 Soldaten von hier kommen. Bereits in den 1990er-Jahren gab es in Usbekistan eine dschihadistische Miliz, die Islamische Bewegung von Usbekistan (IMU). Sie kämpfte für einen islamischen Staat, in dem die Scharia gilt.

Ein Akt des Widerstands? 

Nach dem Tod des Präsidenten Karimov, der das Land eisern regierte, begann der Besuch einer Moschee zum subversiven Akt zu werden. Der Künstler Vyacheslav Akhunov berichtet im Gespräch mit dem Deutschlandfunk davon: “In Usbekistan vertraut niemand niemandem mehr. Und deshalb richten viele den Blick auf die Moschee.” Nach dem Untergang der Sowjetunion und der folgenden ideologischen Leere wollten sich die Leute beweisen, dass sie religiös sind. Viele begannen, sich immer mehr in ihre Religion zurückzuziehen – und nur mehr danach zu leben. Und das hatte Folgen: Zwischen fünf und zehn Prozent der Usbeken gelten mittlerweile als Anhänger des Islamismus, der den säkularen Charakter des Staates aufheben will.

Quellen: 
https://www.stern.de/politik/ausland/anschlag-in-new-york–usbekistan-und-nord-kaukasus—wo-islamisten-ihre-attentaeter-ausbrueten-7683742.html 
http://www.deutschlandfunkkultur.de/usbekistan-zwischen-diktatur-und-islamismus.979.de.html?dram:article_id=370347